In den letzten Wochen ist bei uns viel los gewesen, meine Frau Bea und ich sind von einem Ort zum anderen gezogen, hatten zu einem Zeitpunkt auf dem Weg von Melbourne nach Gold Coast in vier Tagen vier australische Staaten und Territorien überquert, nämlich Victoria, the Australian Capital Territory, New South Wales und Queensland. Dass man „nebenbei“ nicht ordentlich trainieren kann, ist klar. Und dennoch ging ich wie angekündigt beim T100 Triathlon in Gold Coast nur knapp 7.5 Wochen nach meinem Bike Crash an den Start und kassierte beim 46. Triathlon meiner „Karriere“ den ersten „DNF“ (did not finish!).

Im Rückblick haben sich eine durchwachsene Vorbereitung mit Heilung in den Wochen nach den Frakturen und eine gewisse Hybris gepaart: ich dachte, dass ich das Rennen als eine Art „Trainingsrennen“ absolviere, mit angezogener Handbremse und keiner ordentlichen Rennverpflegung. Und natürlich wurde ich dafür bestraft. Ich hatte (wieder einmal) nicht meine Elektrolyte dabei, hatte die tropische Sonne in Queensland völlig unterschätzt und bin dann beim Laufen massiv eingebrochen.

Auf der letzten Laufrunde hatte ich dann so starke Krämpfe in der linken Wade, dass es im sprichwörtlichen Sinne nicht mehr weiterging. Ich hätte nach etwas Pause sicherlich noch zuende Humpeln können, aber habe mir diese demütigende Erfahrung bzw. Ergehung dann doch erspart. Schließlich hatte ich von den 100km schon 96km hinter mich gebracht und dann den „Feierabend“ eingeläutet.

Wenigstens war damit mein „Comeback“ gegeben, da ich ja vor allem testen wollte, ob ich wieder schwimmen kann – und dies klappte den Umständen entsprechend recht gut! Auf dem Rad bewies ich auch alte Stärken, wobei ich vermutlich etwas überzockt habe. Jedenfalls lehnte ich das Angebot der Damen im Finish, die Medaille mitnzunehmen, ab, und nahm mir vor, eines Tages zurückzukehren, um den T100 Triathlon Gold Coast ins Finish zu bringen!

Mein Radstärke konnte ich dann bei meinem ersten „Gran Fondo“ im Rahmen der „Tour de Brisbane“ ausbauen, wo es auf der Distanz über 110 km auch die Hügel um Mt Coot-tha hochging – ein mir bekanntes Terrain, da ich dort vor bald vier Jahren meinen ersten Trail-Run absolviert hatte. Drei Wochen später sollte dann der heimische Byron Tri stattfinden – und zum 30-jährigen Jubiläum sollte es dann nicht nur mit meinem ersten Altersklassen-Sieg klappen, sondern ich wurde auch noch NSW State Champion über die Sprintdistanz!

Ich konnte meinen 2. Platz vom letzten Jahr verbessern und wurde dieses Mal Erster in der Altersklasse 40-44!

Dabei startete das Schwimmen – mal wieder – recht turbulent in der Byron Bay. Die Wellen waren eine große Herausforderung für viele Triathlet:innen; und wie letztes Jahr auch schwamm ich über 1000m statt der angedachten 750m. Da ich im Vergleich zu den starken Australiern kein sonderlich guter Schwimmer bin, musste ich das Feld von hinten aufräumen. Und das gelang mir recht gut: sowohl in T1 und T2, als auch auf dem Rad und beim Laufen konnte ich einige Mitstreiter einsammeln.

Somit konnte ich dann mit fast 50 Sekunden Vorsprung sicher den 1. Platz einfahren, sodass ich mich nun „NSW State Champion“ schimpfen darf:P Ich bin sehr froh über diesen Erfolg – gerade auch über das Zustandekommen, da ich durch eine ausgeglichene Leistung, die im Schnitt leicht überdurchschnittlich war im Vergleich zu meiner Altersklasse, am Ende ganz oben landen konnte! Das nächste große Ziel ist die erneute Teilnahme am Ironman 70.3 Sunshine Coast in genau 20 Wochen, wo ich meine persönliche Bestzeit noch einmal unterbieten möchte und idealerweise bei ca. 4:50 h rauskomme mit Splits von 34 – 2:30 – 1:40 und 5 min für T1 und T2.

Dieses Jahr gab es gleich zwei Medaillen für mich:)